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Klimastreik - wir geben nicht auf

Klimapolitik darf auch in Zeiten von Corona nicht vergessen werden. Ein Kommentar von Andrea Gilg.

„Skolstrejk för Klimatet“ – noch vor einigen Monaten war dies wohl einer der in den Medien präsentesten Schriftzüge. Wir alle haben noch die Bilder in Kopf, von Demonstranten und Schildern wie „System Change not Climate Change“, „Make planet earth cool again“, Berichte über Greta Thunberg; wir alle haben noch ihre eindringliche Stimme im Ohr. „Wir streiken bis ihr handelt!“, so war damals die Aussage. Greta Thunberg pausierte die Schule für ein Jahr, es sollte ein Jahr der Klimademos werden, 2020, ein neues Jahrzehnt, ein Jahrzehnt der Klimawende. – Denn dass es im nächsten Jahrzehnt sonst zu spät sein wird, das ist uns ja inzwischen hoffentlich allen bewusst. Fridays For Future bekam endlich die Beachtung, die der Klimawandel schon seit vierzig Jahren verdient gehabt hätte. Im Februar hätte sich sicherlich niemand von uns vorstellen können, dass es im März 2020 schon keine Demonstrationen auf den Straßen mehr geben würde. Wenn jetzt irgendeiner im Jahre 2341 diesen Text liest – gehen wir davon aus, unser Klima ist inzwischen gerettet und unsere Erde ist immer noch erhalten - so könne er meinen, 2020 war das Jahr, in dem die Politik sich endlich entschlossen hat, doch auch in Sachen Klima endlich auf die Wissenschaft zu hören. Nein, lieber Leser aus der Zukunft, ich muss dich leider enttäuschen, dies war nicht der Grund für das Ende der Straßen-Demonstrationen. Von einer einsichtigen Politik, die die wahren Probleme angeht und erkennt, dass ein Land, das sich keine Klimapolitik leisten kann, sich eine Anti-Klima-Politik noch viel weniger leisten kann, davon sind wir noch weit entfernt. (Aber hey, keine Sorge, die ÖDP bleibt dran!)
Hätte mir jemand noch im Januar erzählt, dass aufgrund einer weltweiten Pandemie bald keine Demonstrationen mehr möglich sein würden, so hätte ich vermutlich den Kopf geschüttelt und diese Person nur belächelt. Zu alltäglich waren die Menschenmassen auf den Straßen, zu alltäglich war es, dicht an dicht mit anderen in einer Menge zu stehen. Wieso sollte es auch gefährlich sein, sich mit anderen Menschen draußen auf einem Platz zu versammeln, um gemeinsam zu protestieren?

Nun, wir wissen alle, wie das Jahr 2020 gelaufen ist, wie das Corona-Virus unser aller Leben verändert hat, und dass Demonstrationen auf den Straßen, trotz des Grundrechts zu streiken, welches wir in Deutschland haben, nicht mehr möglich waren. Was allerdings nicht heißt, dass die Demonstrationen einfach komplett nicht stattgefunden haben – auch beim Streiken wurde, wie bei vielen anderen Dingen ja auch, zumindest versucht, übergangsweise eine Online-Variante zu finden. „Streiken im Home-Office“ sozusagen. So taten es viele Menschen Greta-Thunberg gleich, die beispielsweise wöchentlich am Freitag ein Bild von ihr mit ihrem wohlbekannten Schild auf Instagram postete, versehen mit den Hashtags #climatestrikeonline und #stayathome.

So weit, so gut. Nun wissen wir aber alle, dass der Klimawandel leider auch bei einer weltweiten Pandemie nicht plötzlich aufhört. Und uns ist auch bewusst, dass eine Online-Demo nun mal, wie das eben auch bei den anderen digitalisierten Zwischenlösungen der Fall war, bei weitem nicht den Druck ausübt, den eine Präsenz-Demo auf den Straßen bewirken kann. Genau aus diesem Grund hat Fridays For Future nun am Freitag, dem 25.09., zur ersten richtigen Klima-Demonstration seit Beginn der Corona-Krise aufgerufen. Auf der ganzen Welt gingen endlich wieder Menschen auf die Straße, um der Politik zu zeigen, dass ihnen das Klima eben „immer noch“ nicht egal ist. Auch die ÖDP befürwortet diese Demonstrationen und wir von der ÖDP und den Jungen Ökologen in der Oberpfalz haben uns auch zahlreich daran beteiligt.

Es mag erstmal sehr unvernünftig klingen, so eine Demonstration durchzuführen, in Zeiten, in denen die Zahlen der an Covid19 infizierten Personen jeden Tag steigen. Das war zugegebenermaßen auch mein erster Gedanke. Nun, nach der Demo am Freitag, kann ich allerdings sagen, dass auch in Corona-Zeiten Demos ohne größere Gefahr sehr gut möglich sind, wenn sie verantwortungsvoll und mit Hygiene-Konzept durchgeführt werden. Ich muss gestehen – vielleicht geht es da vielen von euch auch ähnlich wie mir – ich kann das Wort „Hygiene-Konzept“ langsam nicht mehr hören, wird es doch andauernd überall verwendet, um in den meisten Fällen lediglich auszudrücken, dass sich die Menschen möglichst ab und an auch mal die Hände waschen, was ja eigentlich ohnehin der Fall sein sollte, auch ohne eine Pandemie. So aber nicht bei der Klima-Demo. Fridays For Future Regensburg hatte hier eine besonders gute Idee. So fand in Regensburg keine Demonstration mit Kundgebung auf einem einzelnen Platz statt, sondern die verschiedenen Organisationen, die sich beteiligen wollten, wurden nach vorheriger Anmeldung über die ganze Stadt verteilt, wo die Teilnehmer*innen mit einem Abstand von je 1,50 m eine Menschenkette bildeten, unter dem Motto „Unteilbar fürs Klima“. Die ÖDP Regensburg - vertreten durch etliche Mitglieder und auch zwei Stadträte - und die Jungen Ökologen platzierten sich gemeinsam mit dem ADFC, dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club, am Grieser Steg. Um im Fall des Falles mögliche Infektionsketten später nachvollziehen zu können, trugen wir uns alle bei unseren Organisationen in eine Liste ein. Los ging es diesmal um 17:30, also lange nach Schulschluss, wodurch das kritische Argument, man wolle als junger Demonstrant ja lediglich die lästige Schulpflicht umgehen, schon mal nicht zählen konnte. Auch hatten so die Arbeitnehmer ebenfalls die Möglichkeit, am Klimastreik teilzunehmen. Die Vorstellung mag vielleicht recht langweilig klingen, sich abends, vor allem bei Nieselregen und den niedrigen Temperaturen vom Freitag, mit Mindestabstand an irgendeine Ecke in Regensburg zu stellen, ohne Aussicht auf größere Bespaßung wie Kundgebungen und gemeinsame Aktionen, wie das bei einer gewöhnlichen Demo wenigstens der Fall ist. Zugebenermaßen kann auch ich mir interessantere Aktivitäten für einen Freitagabend vorstellen – aber darum geht es ja bei einer Demo auch gar nicht. Auch hier hat sich Fridays For Future allerdings etwas einfallen lassen. So wurden wir während der Demonstration immer über ein Demo-Radio auf dem Laufenden gehalten und konnten gemeinsam mit den anderen Demonstrierenden und Organisationen dem Programm lauschen, das Fridays For Future zur Verfügung stellte. Hier wurde auch ein Interview mit unserer ÖDP-Stadträtin Astrid Lamby gesendet.

Die Regensburger Demo war allerdings nicht die einzige in der Oberfpalz, bei der die ÖDP zahlreich vertreten war: Auch in Schwandorf beteiligte sich Jonas Brock, Mitglied im Vorstand der Jungen Ökologen Oberpfalz, mit einigen weiteren Partei-Kollegen am Klima-Streik am Kolpingplatz. Dort gab es eine Kundgebung mit Reden sowohl über international bedeutende als auch lokale Thematiken, bei der auch Jonas einen Beitrag leistete und über die Erhaltung natürlicher Lebensräume referierte. Auch hier wurde aber großer Wert auf die Mindestabstände gelegt und auf die Corona-Regeln geachtet.

Wir sehen: Die Corona-Pandemie darf keine Ausrede sein, um das Thema Klimaschutz zu vernachlässigen. Klimaschutz ist nicht nur solange ein wichtiges Thema, solange es bei den Schlagzeilen an erster Stelle steht. Klimaschutz ist eines der Schlüsselthemen des 20. und 21. Jahrhunderts – und deshalb wird weiter demonstriert, damit sich eine konsequente Klimapolitik nun endlich durchsetzt. 


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